Ernährung und Jod

Freitag, 25. Mai 2007

Schilddrüse und Körpergewicht

Eine Ergänzung zu meinem Eintrag über Gewichtsprobleme: Jod, Schilddrüse und Körpergewicht hat Prof. Lothar-Andreas Hotze bereits in seinem Newsletter 12/6 behandelt. Demnach gibt es eine klare Korrelation zwischen dem Schilddrüsen stimulierenden Hormon TSH und dem BMI.

Dienstag, 15. Mai 2007

Deutscher Aktionismus gegen Übergewicht

Letzte Woche wurde ganz schön dick aufgetragen: "Fit statt fett" und ähnliche Beleidigungen wurden verbreitet, weil die Bundesregierung ihren Aktionsplan vorgestellt hatte.

Mehr Bewegung und gesünderes Essen sollen die Kilos schwinden lassen - bei dieser simplen Logik hat man offenbar nicht an die Unterfunktion der Schilddrüse gedacht. Die bringt es nämlich oft mit sich, dass Menschen zunehmen, obwohl sie eher wenig Appetit haben. Und die Störung wird von Hausärzten häufig übersehen oder falsch behandelt, zum Beispiel mit Jodtabletten.

Häufigste Ursache für Unterfunktionen ist nämlich nicht der viel beschworene Jodmangel, sondern die noch wenig bekannte Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. In den USA haben rund 10 % der Bevölkerung Antikörper gegen die Schilddrüse im Blut, für Mitteleuropa gibt es keine Zahlen, aber Endokrinologen gehen davon aus, dass es hier nicht viel anders aussieht. Vorhandene Antikörper bedeuten zwar nicht zwingend, dass man krank wird. Aber je höher der Jodgehalt der Nahrung, desto größer ist das Risiko - das zeichnet sich seit einigen Jahren ab. (Der Arbeitskreis Jodmangel will von diesen Nebenwirkungen einer allzu großzügigen Jodzufuhr lieber nicht so viel hören.)

ORF: Zuviel Jod? Zahl der Schilddrüsenerkrankungen steigt

Hashimoto-Thyreoidits wird häufig von einer Diabetes-Erkrankung begleitet - eine Krankheit, die der Aktionsplan als Folge von Übergewicht und Fehlernährung erwähnt.

Ach - individuell passende Ernährung und Prophylaxe, wo kämen wir da hin! Da müsste ja jeder Mensch ernst genommen werden und am Ende eine Extrawurst gebraten bekommen! Da behandelt man lieber weiter den virtuellen Volkskörper und ignoriert oder beleidigt alle, die nicht ins Schema passen.

>> Nachtrag zum Thema Schilddrüse und Körpergewicht

Donnerstag, 3. Mai 2007

Tierfutterjodierung in Europa

Auf der Website der Hashimoto-Patientin Leni Reuters findet man eine Europa-Karte über die bereits erklärte Tierfutterjodierung, die sich gut als Einkaufshilfe verwenden lässt: Wer sich wegen einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse möglichst jodarm ernähren sollte, kann sich daran orientieren.

Freitag, 27. April 2007

Fragwürdige Grenzwerte: Wieviel Jod ist gesund?

Das bereits erwähnte Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die EU-Kommission gehen davon aus, dass eine Jodzufuhr von rund 500 Mikrogramm (µg) pro Tag zumindest gesunden Menschen nicht schaden kann.

Diese Argumentation hat mehrere Schwachstellen:

Die Bevölkerung besteht nicht nur aus gesunden Menschen, staatlich empfohlene Grenzwerte sollten auch Kranke bedenken. Sogar der Arbeitskreis Jodmangel räumt ein, dass Menschen, die an Hashimoto-Thyreoiditis (eine chronische, autoimmune Schilddrüsen-Entzündung) erkrankt sind, "eine sehr hohe Jodzufuhr (über 300 µg pro Tag) zu einer Erhöhung der entzündlichen Aktivität in der Schilddrüse führen" kann (hier).

Aber niemand weiß so genau, wie hoch der Jodgehalt der täglichen Nahrung wirklich ist. Für das jodierte Speisesalz ist er zwar gesetzlich limitiert, aber es kommen noch weitere, teils kaum bekannte Jodquellen hinzu, so muss der Jodgehalt des Mineralwassers in Deutschland nicht deklariert werden.

Die größte Unbekannte ist wohl die Jodierung des Viehfutters weit über den tierischen Bedarf hinaus: Überschüssiges Jod scheiden die Nutztiere nicht nur mit dem Urin, sondern auch mit der Milch oder den Eiern aus, und so gelangt es in die menschliche Nahrung. Die Konzentrationen sind nicht näher bekannt, Angaben in Lebensmitteltabellen sind meist veraltet.

Die deutsche Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel hat immerhin bei Einzelmessungen festgestellt, dass der Jodgehalt deutscher Milch in einer Größenordnung von 200 bis 300 µg pro Liter liegt (wo ja laut AK Jodmangel "eine sehr hohe Jodzufuhr" für Hashimoto-Patienten beginnt). Der Gehalt aber auch deutlich höher oder niedriger ausfallen, je nach Fütterung und Jahreszeit.

Unter diesen Umständen scheint es mehr als fragwürdig, dass der genannte Grenzwert von 500 µg im Alltag annähernd eingehalten wird. - Fortsetzung hier unten.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Willkommen

Auf dem Beipackzettel steht der neueste Eintrag jeweils oben. Mehr zur Seite dort.

Suche

 

Aktuelle Beiträge

nu mal halblang...
Frauen erkranken wesentlich häufiger an Schilddrüsenerkrankungen.. .
mat123 (Gast) - Dezember 13, 23:56
jodsensibel_berlin@yahoo.d e
siehe "vielen dank fuer diese promotion ... "
kali balcerowiak (Gast) - Dezember 19, 23:00
wir haben auch eine email
kali balcerowiak (Gast) - Dezember 19, 22:57
vielen dank fuer diese...
im november hatten wir noch eine mit diplom-oecotrophologin...
kali balcerowiak (Gast) - Dezember 19, 22:55
Jodprophylaxe: Risiken...
Dieses Weblog beschäftigt sich mit den gesundheitlichen...
IreneG - Oktober 18, 23:57

Meine Kommentare

Fortsetzung: Wieviel...
Ein Gutachten der European Food Safety Authority stellte...
beipackzettel - Juni 7, 12:18
Anscheinend erscheinen...
Anscheinend erscheinen dort andere Dinge als relevanter: http://de.wiki pedia.org/wiki/Das_Erbe_de r_Guldenburgs
beipackzettel - Mai 30, 11:17
Normales Jod?
Womöglich gibt es auch unnormales ;-) Aber im...
beipackzettel - Mai 27, 16:26

Blut abnehmen und Schilddrüsen-Werte und -Antikörper...
beipackzettel - Mai 26, 22:56

Wenn der Kampf tatsächlich ewig ist, wie der Titel...
beipackzettel - Mai 23, 10:49

Status

Online seit 943 Tagen
Zuletzt aktualisiert: Dezember 13, 23:56

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this topic

twoday.net AGB