Gender Studies: Frauen und Jodmangel

Neulich fiel mir auf, dass der Arbeitskreis Jodmangel auf seiner Website (www.jodmangel.de) ausschließlich Fotos von Frauen verwendet, eins der angebotenen Pressefotos zeigt auch zwei Schulkinder. Fotos von mehr oder weniger kropfigen Männern habe ich dort nirgends gefunden.

Die Realität sieht etwas anders aus – ein Jodmangelkropf kommt bei Männern häufiger vor. Frauen tragen dagegen ein erhöhtes Risiko, durch eine allzu kräftige Jodzufuhr an Hashimoto - möglicherweise auch an Basedow - zu erkranken oder die Symtome durch jodreiche Nahrung zu verschlimmern. Fast jede fünfte Frau hat Schilddrüsen-Antikörper im Blut, die wenigsten wissen es und glauben womöglich, mit Jodsalz auf der sicheren Seite zu sein.

Warum also Fotos von Frauen in der Jodierungs-PR? Zumindest unter Marketing-Aspekten scheint mir das halbwegs erklärbar: Traditionell sind in der Familie die Frauen für die Ernährung verantwortlich. Und Frauen befassen sich intensiver als Männer mit Gesundheitsthemen und kaufen mehr (teilweise jodhaltige) Nahrungsergänzungsmittel. Auch die Öffentlichkeitsarbeit des AK Jodmangel über Gesundheits- und Frauenmagazine dürfte mehr Frauen als Männer erreichen. Oder warnen auch Playboy und Men’s Health ihre Leser vor drohendem Jodmangel?
mat123 (Gast) - Dezember 13, 23:56

nu mal halblang...

Frauen erkranken wesentlich häufiger an Schilddrüsenerkrankungen als Männer. Gehen sie mal in eine nuklearmedizinische Abteilung und fragen, wieviele Frauen und wieviele Männer gerade eine Radioiodbehandlung bekommen...

Das hat mit Hashimoto-Thyreoiditis nichts zu tun, die ist insgesamt viel zu selten, als dass sie für diese Statistik eine Rolle spielt.

Mit der Basedow-Erkrankungen schon eher. Auch diese kommt bei Frauen deutlich häufiger vor als bei Männern. Und wenn Sie herausfinden weshalb, bekommen Sie sicherlich einen Preis. Ich kenne keine sicheren Belege dafür, dass eine "allzu kräftige Jodversorgung" einen M. Basedow auslösen kann. Daher wird ihre Argumentation spätestens dann richtig abenteuerlich, wenn Sie noch einen Schritt weitergehen und suggerieren, dass hypothetische geschlechtspezifische Unterschiede in der Empfindlichkeit gegenüber Jod die real existierenden geschlechtspezifischen Unterschiede der Basedow-Praevalenz erklären könnten.

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Frauen erkranken wesentlich häufiger an Schilddrüsenerkrankungen.. .
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