Deutscher Aktionismus gegen Übergewicht
Letzte Woche wurde ganz schön dick aufgetragen: "Fit statt fett" und ähnliche Beleidigungen wurden verbreitet, weil die Bundesregierung ihren Aktionsplan vorgestellt hatte.
Mehr Bewegung und gesünderes Essen sollen die Kilos schwinden lassen - bei dieser simplen Logik hat man offenbar nicht an die Unterfunktion der Schilddrüse gedacht. Die bringt es nämlich oft mit sich, dass Menschen zunehmen, obwohl sie eher wenig Appetit haben. Und die Störung wird von Hausärzten häufig übersehen oder falsch behandelt, zum Beispiel mit Jodtabletten.
Häufigste Ursache für Unterfunktionen ist nämlich nicht der viel beschworene Jodmangel, sondern die noch wenig bekannte Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. In den USA haben rund 10 % der Bevölkerung Antikörper gegen die Schilddrüse im Blut, für Mitteleuropa gibt es keine Zahlen, aber Endokrinologen gehen davon aus, dass es hier nicht viel anders aussieht. Vorhandene Antikörper bedeuten zwar nicht zwingend, dass man krank wird. Aber je höher der Jodgehalt der Nahrung, desto größer ist das Risiko - das zeichnet sich seit einigen Jahren ab. (Der Arbeitskreis Jodmangel will von diesen Nebenwirkungen einer allzu großzügigen Jodzufuhr lieber nicht so viel hören.)
ORF: Zuviel Jod? Zahl der Schilddrüsenerkrankungen steigt
Hashimoto-Thyreoidits wird häufig von einer Diabetes-Erkrankung begleitet - eine Krankheit, die der Aktionsplan als Folge von Übergewicht und Fehlernährung erwähnt.
Ach - individuell passende Ernährung und Prophylaxe, wo kämen wir da hin! Da müsste ja jeder Mensch ernst genommen werden und am Ende eine Extrawurst gebraten bekommen! Da behandelt man lieber weiter den virtuellen Volkskörper und ignoriert oder beleidigt alle, die nicht ins Schema passen.
>> Nachtrag zum Thema Schilddrüse und Körpergewicht
Mehr Bewegung und gesünderes Essen sollen die Kilos schwinden lassen - bei dieser simplen Logik hat man offenbar nicht an die Unterfunktion der Schilddrüse gedacht. Die bringt es nämlich oft mit sich, dass Menschen zunehmen, obwohl sie eher wenig Appetit haben. Und die Störung wird von Hausärzten häufig übersehen oder falsch behandelt, zum Beispiel mit Jodtabletten.
Häufigste Ursache für Unterfunktionen ist nämlich nicht der viel beschworene Jodmangel, sondern die noch wenig bekannte Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. In den USA haben rund 10 % der Bevölkerung Antikörper gegen die Schilddrüse im Blut, für Mitteleuropa gibt es keine Zahlen, aber Endokrinologen gehen davon aus, dass es hier nicht viel anders aussieht. Vorhandene Antikörper bedeuten zwar nicht zwingend, dass man krank wird. Aber je höher der Jodgehalt der Nahrung, desto größer ist das Risiko - das zeichnet sich seit einigen Jahren ab. (Der Arbeitskreis Jodmangel will von diesen Nebenwirkungen einer allzu großzügigen Jodzufuhr lieber nicht so viel hören.)
ORF: Zuviel Jod? Zahl der Schilddrüsenerkrankungen steigt
Hashimoto-Thyreoidits wird häufig von einer Diabetes-Erkrankung begleitet - eine Krankheit, die der Aktionsplan als Folge von Übergewicht und Fehlernährung erwähnt.
Ach - individuell passende Ernährung und Prophylaxe, wo kämen wir da hin! Da müsste ja jeder Mensch ernst genommen werden und am Ende eine Extrawurst gebraten bekommen! Da behandelt man lieber weiter den virtuellen Volkskörper und ignoriert oder beleidigt alle, die nicht ins Schema passen.
>> Nachtrag zum Thema Schilddrüse und Körpergewicht
IreneG - Mai 15, 14:57